Google Ads

Retargeting

Retargeting zeigt Anzeigen zu Nutzern, die Ihre Website besucht, aber nicht konvertiert haben. Hochgradig effektiver B2B Akquisitionskanal.

Was ist Retargeting?

Retargeting (auch Remarketing genannt) ist eine Werbestrategie, bei der Sie Anzeigen an Nutzer zeigen, die Ihre Website besucht, aber nicht konvertiert haben. Ein Nutzer kommt auf Ihre Seite, schaut sich um, verlässt ohne Konversion. Später sieht dieser Nutzer Ihre Anzeige auf Google, YouTube, oder anderen Websites.

Die Logik ist psychologisch und praktisch: Der Nutzer hatte bereits Interesse genug, Ihre Seite zu besuchen. Eine zusätzliche Anzeige / Message könnte den "Push" geben, zurückzukommen und zu konvertieren. Im B2B ist Retargeting einer der höchsten ROI Kanäle, weil die Nutzer bereits warm sind.

Technisch funktioniert Retargeting über Pixel (Google Pixel, Facebook Pixel) - ein Tracking-Code auf Ihrer Website, der alle Besucher trackt. Später können Sie diese Nutzer mit gezielten Anzeigen "retargeten".

Retargeting im B2B Google Ads Kontext**

Im B2B ist Retargeting kritisch aus mehreren Gründen:

1. B2B Kaufprozess ist nicht linear.** Ein Nutzer kommt heute, schaut sich um, denkt "nicht sofort relevant". Nächste Woche hat sie ein Problem und erinnert sich: "Warte, es gab Tool X". Retargeting-Anzeige wird gezeigt, und sie kommt zurück.

2. Konkurrenz ist hoch.** Nicht Sie allein sind im Google-Suchergebnis. Ein Nutzer vergleicht Optionen. Retargeting remindert sie, "Hey, wir sind auch hier".

3. Hohe Conversion Rate.** Retargeting hat typisch 3-10x höhere Konversion Rate als Cold Traffic. Warum? Weil die Nutzer bereits warm sind.

4. Niedriger CPA.** Weil Konversion-Rate hoch ist, ist CPA niedrig. Oft 50-80% günstiger als Cold Traffic Akquisition.

5. Long Sales Cycle braucht mehrere Touchpoints.** B2B Buyers brauchen Zeit. Retargeting erinnert sie, die ganze Consideration Phase hindurch.

Im Ideal-Fall nutzen Sie Retargeting als 2. oder 3. Touchpoint in einem Multi-Touch-Funnel.

Arten von Retargeting / Remarketing Kampagnen**

1. Standard Retargeting (Display Ads)**

Zeigen Sie Bild-Anzeigen zu Nutzern, die Ihre Website besucht haben. Überall im Display Network (Tausende Partner-Websites). Gut für Branding und Aufmerksamkeit.

2. Remarketing in Search (RLSA - Remarketing List for Search Ads)**

Wenn ein Nutzer, der bereits Ihre Website besucht hat, nach relevant Keyword googelt, zeigen Sie ihnen bevorzugt Ihre Anzeige. Hohe Intent + Warm = sehr effective.

3. Remarketing auf YouTube**

Zeigen Sie Video-Anzeigen in YouTube Videos zu vorherigen Seitenbesuchern. Sie können skippbar Anzeigen (billig) oder non-skippable (teurer) nutzen.

4. Dynamische Remarketing / Product Ads**

Zeigen Sie spezifische Produkte, die der Nutzer auf Ihrer Website angeschaut hat. "Sie waren interessiert in Product X - hier ist es wieder!"

Dies ist sehr hoch converting, aber nur wenn Sie E-Commerce-ähnliche Product-Feed haben. B2B kann auch versions davon nutzen (spezifische Features, Use Cases).

5. Email Remarketing / List-basiert**

Sie haben eine Email-Liste (Newsletter Abonnenten, Kunden). Google und Facebook können diese Nutzer identifizieren und ihnen Anzeigen zeigen. Sehr wertvoll.

6. Engagement Remarketing**

Retargeting von Nutzern, die spezifische Seiten oder Handlungen gemacht haben. Z.B. "Alle die Pricing-Seite besucht haben", oder "Alle die Whitepaper gedownloaded haben".

Retargeting Setup für Google Ads**

Schritt 1: Google Pixel installieren**

Der Google Tag Manager Code auf JEDER Seite Ihrer Website. Dieser trackt Besucher. Wenn Nutzer Ihre Website verlässt, kann Google sie später identifizieren.

Schritt 2: Retargeting Listen definieren**

Verschiedene Listen für verschiedene Zielgruppen:

  • Alle Website-Besucher: Jeder, der auf der Website war
  • Landing Page Besucher: Nur die, die Produktseite sahen
  • Demo-Anfrage Non-Konverter: Klickten auf Demo CTA, aber konvertierten nicht
  • Pricing-Seite Besucher: Ernsthaft interessiert (schauen Preise)
  • Artikel-Leser:** Blog Content konsumiert (warm aber nicht ready to buy)

Schritt 3: Kampagnen pro Liste erstellen**

Verschiedene Nachrichten für verschiedene Listen:

  • Pricing-Seite Besucher: "Jetzt starten" CTA, Preis-Fokus
  • Demo-Anfrage Non-Konverter: "Warum wir besser sind als Tool X", Comparison Focus
  • Artikel-Leser: "10-minütiges Webinar zu diesem Thema", Education

Schritt 4: Segmentierung und Frequency Capping**

Seien Sie nicht aggressiv. Zeigen Sie nicht die gleiche Anzeige 50x pro Woche. Das nervt und backfires. Frequency Cap: max 3-5 Impressionen pro Nutzer pro Woche.

Schritt 5: Bidding Strategie**

Retargeting sollte höher geboten werden als Cold Traffic, weil bessere Conversion-Rate. Beispiel:

  • Cold Google Search Traffic: 5€ CPC Bid
  • Remarketing Display: 1€ CPC Bid (weil höhere Conversion-Rate, kann billiger sein)
  • Remarketing in Search (RLSA): 8€ CPC Bid (weil höchste Intent + warm)

Retargeting ROI und Metriken**

Retargeting hat typischerweise ausgezeichnete ROI:

Metrik Cold Traffic Retargeting Verbesserung
CTR (Click-Through Rate) 1-2% 3-5% 2-3x höher
Conversion Rate 1-3% 5-10% 3-5x höher
CPA 100-200€ 30-60€ 60-70% günstiger
ROAS / ROI 200-400% 600-1000% 3-5x besser

Diese Zahlen sind aus echter B2B Daten. Retargeting ist nicht "nett zu haben" - es ist ein "must-have" Kanal.

Retargeting Best Practices**

Praxis 1: Segmentieren Sie aggressiv**

Nicht alle Besucher sind gleich. Pricing-Seite Besucher sind viel näher am Kauf als Blog-Leser. Unterschiedliche Message für jedes Segment.

Praxis 2: Dynamische Ads nutzen**

Zeigen Sie zum Nutzer relevante Inhalte. "Sie lasen Artikel zu Feature X - hier ist Feature X in Aktion."

Praxis 3: Frequency Capping**

Zeigen Sie Anzeige max 3-5x pro Woche. Zu viel nervt und wirkt unprofessionell.

Praxis 4: Landing Page specific**

Wenn Nutzer von Retargeting-Anzeige kommt, sollten Sie auf relevante Landing Page landen, nicht Homepage. Wenn sie zum "Pricing vergleich" kamen, zeigen Sie Pricing Comparison Landing Page, nicht allgemeine Seite.

Praxis 5: Video Remarketing nutzen**

YouTube Video Ads haben sehr hohe Recall und Engagement. Nutzen Sie für komplexere Nachrichten als Display Ads.

Praxis 6: Sequential Messaging**

Tag 1: "Erinnern - wir sind hier" Anzeige

Tag 5: "Hier sind 3 Gründe, warum wir besser sind" Anzeige

Tag 10: "Limitiertes Angebot - buche Demo heute" Anzeige

Die Botschaft sollte sich über Zeit entwickeln, nicht gleich bleiben.

Häufige Retargeting Fehler**

Fehler 1: Zu aggressive Anzeigen.** "Warum hast Du meine Seite verlassen???" ist nicht überzeugend. Seien Sie hilfreich, nicht aggressiv.

Fehler 2: Zu hohe Frequency.** Nutzer sehen Ihre Anzeige 20x pro Woche. Sie blockieren Ihre Anzeigen oder rollen mit den Augen.

Fehler 3: Keine Segmentierung.** Alle Besucher sehen die gleiche Anzeige. Blog-Leser sollten andere Messaging sehen als Pricing-Seite Besucher.

Fehler 4: Nicht für Mobile optimieren.** Mobile Display Ads brauchen andere Creative als Desktop.

Fehler 5: Vergessen, die Pixel zu installieren.** Wenn Pixel nicht richtig installiert ist, tracken Sie keine Nutzer. Überprüfen Sie regelmäßig.

Fehler 6: Nur Display Ads, keine RLSA.** RLSA (Remarketing in Search) ist oft noch höhere ROI als Display. Nutzen Sie beide.

Retargeting Tools und Plattformen**

  • Google Ads (Display, Search, YouTube): Biggest reach, beste Integration mit Google Analytics
  • Facebook / Meta Ads: Gut für Branding und Video, auch hohe reach
  • LinkedIn Ads: Für B2B Enterprise, gezieltes Retargeting von LinkedIn Website Besucher
  • Criteo: Spezialist für Retargeting, gut für E-Commerce
  • Adroll / RollWorks:** Multi-Channel Retargeting Plattformen

Bei Leadanic nutzen wir strukturierte Retargeting als Kern-Kanal in Google Ads Kampagnen. Mit richtiger Segmentierung und Sequential Messaging sehen B2B Kunden typischerweise 300-500% ROI aus Retargeting Kampagnen.

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